Du liest Haarklammer oder Haargummi: Was ist schonender? 6 Minuten
Haarklammer oder Haargummi: Was ist schonender?

Haarklammer oder Haargummi: Was ist schonender?

Lucas Landel 7 Min Lesezeit

 

Eins sitzt an deinem Handgelenk, eins liegt neben dem Waschbecken und mindestens zwei weitere stecken irgendwo ganz unten in deiner Tasche. Das Haargummi ist wahrscheinlich das Accessoire, das du am häufigsten benutzt und über das du am wenigsten nachdenkst, zumindest bis du abends den Zopf öffnest und wieder ein paar Haare darin hängen.

Seit Haarklammern wieder überall zu sehen sind, heißt es oft, sie seien die sanftere Alternative. Aber stimmt das eigentlich, oder ist das einfach ein Trend mit gutem Ruf? Haarklammer oder Haargummi, was ist schonender für dein Haar? Wir haben uns beide genau angeschaut und sagen dir auch ehrlich, in welchen Situationen das Haargummi die bessere Wahl bleibt.

Die kurze Antwort

In den meisten Alltagssituationen ist eine Haarklammer schonender als ein Haargummi, weil sie dein Haar über ihre Zähne hält und dafür keine Spannung braucht. Ein Haargummi hält nur, wenn es eng sitzt, und genau dieser Zug belastet das Haar, vor allem wenn er jeden Tag an derselben Stelle wirkt.

Ganz so einfach ist es aber auch wieder nicht, denn wie schonend etwas ist, hängt immer davon ab, wie fest du es trägst, wie oft an derselben Stelle und ob die Klammer oder das Gummi überhaupt zu deinem Haar passt.

Was ein Haargummi mit deinem Haar macht

Ein Haargummi funktioniert über Druck. Es wird zwei- oder dreimal um den Zopf gewickelt und presst die Haare so eng zusammen, dass sie nicht mehr herausrutschen können. Das ist praktisch, bringt aber drei Dinge mit sich.

Zug an derselben Stelle

Die meisten von uns binden den Zopf immer auf derselben Höhe. Dadurch liegt das Gummi Tag für Tag auf genau denselben Zentimetern, und dort wird das Haar mit der Zeit rauer und anfälliger für Haarbruch. Du erkennst das an den kurzen, abstehenden Härchen, die sich oft genau auf Zopfhöhe sammeln.

Bei sehr straffen Zöpfen kommt noch der Zug am Haaransatz dazu. Wenn eine Frisur über lange Zeit ständig an den Haarwurzeln zieht, kann das den Ansatz belasten, was Dermatologen als Traktionsalopezie bezeichnen. Ein lockerer Zopf ab und zu ist davon weit entfernt, aber ein sehr strenger Zopf jeden Tag ist für den Ansatz auf Dauer eben nicht ideal.

Der Knick im Haar

Weil das Gummi das Haar auf einer schmalen Linie zusammendrückt, bleibt nach ein paar Stunden ein Abdruck zurück. Bei glattem Haar siehst du ihn als Knick, bei Locken unterbricht er das Lockenmuster, sodass die Strähnen an dieser Stelle platt gedrückt sind.

Haare im Gummi beim Rausziehen

Beim Abziehen verhaken sich einzelne Haare im Gummi, besonders bei dünnen Gummis mit Metallverbindung oder rauer Oberfläche. Die Haare, die du danach im Gummi findest, sind zum Teil ganz normal ausgefallene, zum Teil aber auch abgerissene.

Was eine Haarklammer anders macht

Eine Haarklammer hält dein Haar auf eine andere Art, und daraus ergeben sich die meisten Unterschiede.

Halt über die Zähne statt über Spannung

Die Zähne der Klammer greifen von zwei Seiten ins eingedrehte Haar und halten es so an seinem Platz. Der Halt verteilt sich dabei auf viele Zähne und eine größere Fläche, sodass nichts auf einer schmalen Linie zusammengeschnürt wird. Dein Haar liegt eher locker in der Klammer, und der Ansatz wird kaum nach hinten gezogen.

Deshalb empfinden viele eine Klammer auch am Kopf als angenehmer. In unserem Test mit 16 Teilnehmerinnen haben 81 % angegeben, dass beim Tragen nichts geziept hat.

Kein Knick, kein Ziepen beim Rausnehmen

Wenn du die Klammer öffnest, fällt dein Haar einfach heraus, ohne dass du etwas abziehen musst. Es verhakt sich also nichts, und weil das Haar eingedreht und nicht abgeschnürt war, bleibt meistens eine weiche Welle zurück statt eines harten Knicks.

Kann auch eine Haarklammer dem Haar schaden?

Ja, wenn sie schlecht verarbeitet ist oder nicht zu deinem Haar passt. Scharfe Kanten und Grate an den Zähnen, wie man sie von günstigen Spritzguss-Klammern kennt, können am Haar reiben. Und eine Klammer, die für dein Haar zu schwer oder zu groß ist, rutscht und zieht dann eben doch.

Bei unseren Klammern werden die Zahnenden deshalb nach dem Zuschnitt poliert und abgerundet. Warum das Material dabei eine Rolle spielt, erklären wir in Celluloseacetat vs. Plastik.

Haarklammer vs. Haargummi im direkten Vergleich

 

Haarklammer

Haargummi

Wie hält es?

über Zähne, die ins eingedrehte Haar greifen

über Druck, weil es eng ums Haar gewickelt wird

Zug am Ansatz

gering, das Haar liegt locker

je nach Straffheit spürbar

Abdruck im Haar

meist eine weiche Welle

oft ein sichtbarer Knick

Beim Rausnehmen

öffnen, Haar fällt heraus

abziehen, einzelne Haare können hängen bleiben

Sport und viel Bewegung

weniger geeignet

gut geeignet

Liegen und Schlafen

drückt am Hinterkopf

möglich, am besten locker und weich

Unter Mütze oder Helm

trägt auf

flach

Optik

sichtbares Accessoire

eher unauffällig

Wann ein Haargummi trotzdem die bessere Wahl ist

Wir verkaufen Haarklammern, und trotzdem wäre es Quatsch zu behaupten, dass du nie wieder ein Haargummi brauchst. In ein paar Situationen ist es einfach praktischer.

  • Beim Sport: Beim Joggen, Springen oder im Kurs soll der Zopf fest sitzen, und dafür ist ein Haargummi gemacht. Eine Klammer stört außerdem, sobald du auf einer Matte liegst.
  • Beim Schlafen: Mit einer Klammer am Hinterkopf liegt es sich unbequem. Ein lockerer Zopf mit einem weichen Scrunchie aus Satin oder Seide ist hier die angenehmere Lösung.
  • Unter Helm oder Mütze: Ein tiefer Zopf mit Gummi liegt flach an, während eine Klammer darunter drückt.

Wenn du ein Haargummi nimmst, dann am besten ein weiches und breites. Scrunchies und Spiralgummis verteilen den Druck auf mehr Fläche als ein dünnes Gummi und hinterlassen meistens auch einen schwächeren Abdruck.

Welche Variante passt zu deinem Haartyp?

Ob eine Klammer für dich schonender ist, hängt auch davon ab, ob sie zu deinem Haar passt. Eine Klammer, die rutscht, steckst du zehnmal am Tag neu, und das ist dann auch nicht mehr schonend.

Feines Haar

Feines Haar bricht schneller und zeigt Knicke besonders deutlich, weshalb sich der Wechsel zur Klammer hier oft am meisten lohnt. Wichtig ist eine leichte, kompakte Klammer mit eng stehenden Zähnen wie die Moon Clip, weil große Klammern bei wenig Haarmasse nach unten wandern. Mehr dazu steht in unserem Artikel Haarklammer für feines Haar.

Locken und dickes Haar

Bei Locken unterbricht ein Haargummi das Lockenmuster, und bei viel Haarmasse muss es sehr straff sitzen, um überhaupt zu halten. Eine große, stabile Klammer wie die Cloud Clip fasst das Haar, ohne die Locken platt zu drücken. Worauf du dabei achten solltest, liest du in Haarklammer für Locken & Afro-Haar.

Glattes Haar mit mittlerer Dichte

Glattes Haar hat wenig Reibung, sodass Gummis oft besonders fest gewickelt werden und der Knick entsprechend deutlich ausfällt. Die Halo Clip ist für genau dieses Haar gedacht und hält einen eingedrehten Twist, ohne dass du ihn abschnüren musst.

So trägst du beides möglichst schonend

Egal wofür du dich entscheidest, mit ein paar Gewohnheiten nimmst du viel Belastung raus.

  • Wechsle die Position. Trag den Zopf oder die Klammer mal höher, mal tiefer, damit nicht immer dieselbe Stelle beansprucht wird.
  • Zieh nicht zu straff. Wenn die Kopfhaut spannt oder du abends ein Ziehen spürst, sitzt die Frisur zu fest.
  • Sei vorsichtig bei nassem Haar. Nasses Haar ist dehnbarer und empfindlicher, weshalb du es nur locker zusammennehmen solltest.
  • Roll das Haargummi ab. Wickle es Runde für Runde auf, anstatt es in einem Zug herunterzuziehen.
  • Nimm die Klammer zum Schlafen raus. Für die Nacht ist ein lockerer Zopf mit Scrunchie bequemer.
  • Mach zwischendurch auf. Ein paar Minuten offenes Haar am Tag entlasten Ansatz und Längen.

Und wenn du deine Klammer schon täglich trägst, kannst du sie mit Charms auch jeden Tag ein bisschen anders aussehen lassen.

FAQs

Ist eine Haarklammer besser als ein Haargummi?

Für den Alltag meistens ja, weil eine Haarklammer das Haar über ihre Zähne hält und es dafür nicht eng zusammenschnüren muss. Beim Sport, zum Schlafen oder unter einem Helm ist ein weiches Haargummi praktischer.

Ist eine Haarklammer gut für die Haare?

Eine gut verarbeitete Haarklammer, die zu deinem Haartyp passt, gehört zu den schonenderen Arten, Haare hochzustecken. Achte auf abgerundete Zahnenden und darauf, dass die Klammer nicht zu schwer für dein Haar ist.

Welche Haarspangen machen die Haare kaputt?

Problematisch sind vor allem Spangen und Klammern mit scharfen Kanten, Graten an den Zähnen oder Metallteilen, an denen Haare hängen bleiben. Auch eine zu enge Spange, die das Haar auf einer schmalen Stelle einklemmt, kann auf Dauer zu Haarbruch führen.

Welche Frisur schadet den Haaren am wenigsten?

Lockere Frisuren, die nicht am Ansatz ziehen und deren Position du regelmäßig wechselst. Dazu zählen ein locker eingedrehter Twist mit Haarklammer, ein lockerer geflochtener Zopf oder ein tiefer Zopf mit weichem Scrunchie.

Machen Haargummis die Haare kaputt?

Ein Haargummi allein macht dein Haar nicht kaputt. Belastend wird es, wenn es sehr straff sitzt, jeden Tag an derselben Stelle liegt oder beim Abziehen Haare mitnimmt. Weiche, breite Gummis und wechselnde Positionen helfen.

Kann man mit Haarklammer schlafen?

Das ist eher unbequem, weil die Klammer beim Liegen am Hinterkopf drückt. Für die Nacht ist ein lockerer Zopf mit einem weichen Scrunchie die bessere Wahl.

Bekommt man von Haarklammern Kopfschmerzen?

Das kann passieren, wenn die Klammer zu schwer ist oder das Haar zu straff eingedreht wurde. Eine Klammer in der passenden Größe und ein lockerer Twist nehmen den Zug von der Kopfhaut.

FAQs

Schreibe einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor dem Veröffentlichen geprüft.